Freitag, 23. November 2012

Der Vogelmensch


Nach dem Frühstück erschien der Vogelmensch wieder und lud die Jungen zu einer Schlittenfahrt ein. Schnell liefen sie auf ihre Zimmer, hüpften in die Schneeanzüge, nahmen Handschuhe mit und waren rechtzeitig auf dem Hotelvorplatz. Dort war eine lange Kette von Rodelschlitten hintereinandergespannt und auf jedem saßen 2 Kinder.

Der Vogelmensch rief sie mit seiner seltsamen Sprache zu sich und band ihren Schlitten in die Reihe hinein. Jan bot Jolly an vorne zu sitzen und nach kurzem Überlegen stimmte Jolly zu.
„ Wir können ja unterwegs wechseln, nicht wahr?“ Jan nickte und so warteten sie auf das Startzeichen.

Nachdem alle Schlitten aneinander gebunden waren, alle Kinder Handschuhe angezogen hatten, zogen 4 Haflinger, die vor den ersten großen Schlitten gespannt waren, an. Langsam setzte sich der Schlittenzug in Bewegung und die Kinder erlebten eine schöne Fahrt.

Als sie zurückkehrten, blieb ihnen kaum Zeit zu verschnaufen, denn nach der Mittagssuppe war es schon Zeit zur Kirche zu gehen. Da am Abend vorher alle lange gefeiert hatten, fanden Frühstück und Mittagessen viel später statt.

Mama hatte für Jolly einen feinen neuen Anzug mit Krawatte bereit gelegt und Lea bekam ein festliches Kleidchen angezogen. Sie patschte in die Hände vor Vergnügen und auch Jolly freute sich. Als Mama und Papa auch festlich gekleidet waren, fuhren sie mit dem bereitgestellten Hotelbus zur Kirche. Aus der offenen Kirchtür klang Orgelmusik und Jolly hielt Papas Hand ganz fest gedrückt. Es war so schön, das alles erleben zu dürfen.

Jemand tippte ihn auf die Schulter und da stand Jan, ebenfalls festlich gekleidet mit seinen Eltern neben ihm. Jolly strahlte, gab Jan seine freie Hand und gemeinsam schritten sie in die Kirche hinein.

Alles war mit Kerzen beleuchtet und es roch nach Weihrauch und Honig. Sie fanden freie Plätze für sich und obwohl ihnen die Zeremonie ungewohnt war, genossen sie alles.

Nach dem Gottesdienst gab es ein traditionelles Essen, das fremd war, doch sehr gut schmeckte. Dann tauchte plötzlich der Vogelmann wieder auf und sang:

Mittwoch, 21. November 2012

Die Alphornbläser

Jolly war inzwischen vor dem Hause angekommen und hatte die Alphornbläser gefunden.

Drei Männer, eine Frau und zwei Kinder standen in einem Halbkreis und bliesen in unterschiedlich lange Hörner und erzeugten eine Klangfülle, die sich, wie ein warmer Mantel um alle und alles herumlegte. Auch Jan war den Klängen gefolgt und so standen die beiden Jungen einträchtig nebeneinander und hörten zu.

Als das Konzert beendet war, kam eines der mitspielenden Kinder, ein blondes Mädchen, auf die Jungen zu und fragte, ob sie einmal ausprobieren wollten, wie ein Alphorn zu spielen sei. Beide folgten begeistert und verbrachten eine spannende halbe Stunde damit, zu versuchen den Alphörnern Töne zu entlocken.

Nachdem sie sich bedankt hatten, gingen sie mit ihren Eltern, die inzwischen auch dazugekommen waren, zum Weihnachtsfrühstück. Alle waren festlich gekleidet und auch die beiden Jungen hatten sich noch einmal umziehen müssen.

Die Tische standen heute in einem großen Rund zusammen, sodass alle an einem gemeinsamen Tische sitzen konnten. An Stelle des Buffets wurden die Speisen von festlich gekleidetem Personal am Tische serviert. Jeder durfte auswählen, was er gerne haben wollte.

Jolly und Jan saßen nebeneinander, Mama mit Lea und Papa ihnen gegenüber und Jans Eltern saßen neben ihm.

Jetzt sahen sie erst einmal, wie viele Gäste im Hotel waren. Alle unterhielten sich lebhaft und aßen mit gutem Appetit.

Dienstag, 20. November 2012

Der fünfte Tag


Der fünfte Tag Heiligabend


Jolly hörte mächtige Klänge in seinem Traum. Engel zogen in einer Prozession zur Krippe hin, in der das Christkind lächelnd lag und die Hände nach Jolly ausstreckte und immer wieder lächelnd sagte: „mei olly, mei olly“ Jolly lächelte und lief zur Krippe. Gerade, als er das Christkind streicheln wollte, patschte Leas Händchen in sein Gesicht.

Jolly öffnete die Augen, gähnte, räkelte und streckte sich und kitzelte Lea dann, die sich begeistert zu ihm ins Bett kuschelte. „Komisch“ dachte Jolly, „die Klänge sind immer noch da“. Er richtete sich auf und lauschte, ja, mächtige Töne. „Mama, was ist das?“ fragte er ratlos.

Mama, die auch noch im Bett lag, hob ihren verwuschelten Kopf und sagte: „Das sind Alphörner. Wir haben unten im Speiseraum die Bilder davon gesehen, erinnerst Du Dich? Sie spielen heute, um uns auf das Christfest einzustimmen. Heute Abend ist der heilige Abend, das weißt Du ja.“

Ah,“ jetzt hatte Jolly eine Vorstellung der Instrumente und plötzlich war er voller Freude und .Aufregung. „Wenn Du magst, darfst Du Dich schnell anziehen und hinunterlaufen“ sagte Papa, „wir kommen gleich nach“

Wie ein Blitz hüpfte Jolly aus dem Bett, flitzte ins Badezimmer, machte die Turbowäsche und war schneller angezogen, als man denken konnte. Alle lachten, als Jolly Lea noch einen kleinen Kuss gab und dann aus der Tür rannte. „ Unser Junge, jetzt wird er selbstständig“ sagte Papa und ging ins Bad.

Der Auftritt 1


Als sie geendet hatten, gab es großen Beifall und Mama stand plötzlich ganz nah an der Bühne und hatte Tränen in den Augen, während sie klatschte und über das ganze Gesicht strahlte.

Jolly war sehr zufrieden, sozusagen sehr, sehr zufrieden. Er lief zu Mama und umarmte sie glücklich. Auch Jans Mama stand da und breitetet ihre Arme aus, um Jan zu empfangen, der ganz rot vor Aufregung war.

Ich bin so stolz auf Dich, mein Junge“ flüsterte Mama in Jollys Ohr. „ Ich bin auch stolz auf uns“ flüsterte Jolly in Mamas Ohr zurück und grinste.

Dann löste er sich von Mama und sah sich suchend nach Jan um. Der stand dicht hinter Jolly und Tränen liefen ihm über die Wangen. Erschrocken fragte Jolly, was los sei und Jan schniefte, dass er so glücklich sei, dass er Jolly kennengelernt habe, denn alleine hätte er sich nie getraut auf die Bühne zu gehen und jetzt hätte alles so gut geklappt und seine Mama hätte sich so gefreut und er würde sich auch so freuen und deshalb müsse er jetzt einfach weinen.

Jolly musste schlucken, daran hatte er garnicht gedacht. Alleine hätte er das auch niemals gemacht. Nur mit Jan war es möglich. Er lächelte ihn an und sagte: „Es war nur zusammen möglich und ich bin auch sehr froh, dass ich Dich kennengelernt habe und wir das gemeinsam, erleben konnten.“ Dann umarmten sich die beiden und gingen einträchtig zu ihrem Tisch zurück, während die beiden Mütter mit offenem Munde dastanden. „ Ich glaube, unsere Jungen werden erwachsen.“ sagte Jans Mutter.“ und ich bin auch froh, dass wir uns kennengelernt haben.“

Jollys Mama nickte mit feuchten Augen, dann folgten sie ihren Söhnen zum Tisch.
Dort hatten die Väter die Jungen in Empfang genommen und ihnen herzlich gratuliert. Lea rief immer wieder :“ Mei olly daaa, Mei olly daaa“

Jolly nahm sie auf den Arm und drehte sich mit ihr im Kreise und Lea jauchzte vor Freude. Als er wieder stille stand, blickte Lea Jan an, streckte plötzlich ihre Ärmchen nach ihm aus und sagte: „An daaa, an daaaa“ Jan trat völlig überrascht auf sie zu und nahm sie vorsichtig auf den Arm. Lea lachte, hielt ihr Köpfchen schief und sagte. „Mei an, ei“ und streichelte vorsichtig über seine Wange, dann legte sie ihr Köpfchen an seinen Kopf und sah dabei Mama an und lächelte.

Es war ein kurzer besonderer Moment, dann streckte sie ihre Ärmchen wieder nach Mama aus, die sie fröhlich entgegennahm. Jan war sprachlos und strahlte nur noch.

Jetzt setzte die Musik mit einem Tusch ein und der nächste Programmpunkt begann. Ein kleines Theaterstück auf umgebauter Bühne mit viel Komik, die auch aus den Bewegungen erkenntlich war, sodass alle der Handlung folgen konnten.

Es gab noch einige wunderbare Aufführungen an diesem Abend, doch Jan und Jolly konnten gar nicht mehr aufpassen. So baten sie um Erlaubnis vor die Tür gehen zu dürfen und nachdem sie die Schneejacken angezogen hatten, gingen sie hinaus, wo sie von einem sternenübersäten Himmel und frostklarer Luft empfangen wurden.

Sie erzählten sich viel voneinander und in dieser Nacht begann eine Freundschaft, die ein Leben lang Bestand hatte..

Sonntag, 18. November 2012

Der Auftritt


Der Auftritt


Jan und Jolly waren immer weiter nach vorne gegangen und hätten für ihr Leben gerne auch mitgemacht. Da trat ein kleines Elfenkind vor sie hin, knickste und sagte:“ Büebli, kommet fei grad mit mia. “ Die Jungen sahen sich an und folgten dem kleinen Mädchen hinter die Bühne. Dort stand der Vogelmensch und begrüßte die beiden herzlich. „Megen die Herren singen ein Lied von Heimat ihriger?“ fragte er.

Jolly runzelte die Stirn, "was sollte das denn jetzt schon wieder heißen?" Doch der Vogelmensch wiederholte geduldig und schließlich verstanden sie. „ Hm, ein Adventslied von zuhause?“

Beide waren erst mal überrascht, doch dann lächelte Jan: „Oh ja, ich kenne eines, es heißt: „Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest. Kennst Du es auch, Jolly?“ Jolly nickte. „ Dann können wir es ja zusammen singen. Hast Du Lust dazu?“

Jolly nickte wieder, "ja zusammen war leichter." Sie zogen sich in eine Ecke zurück und sangen gemeinsam. Immer wenn einer von ihnen den Text verlor, wusste der andere weiter. Das kleine Elfenmädchen schrieb alles mit und reichte ihnen dann den Text. So waren sie doppelt gesichert.

Der Vogelmensch erschien wieder und fragte:“ Seien die Herren fertig mit Pre-pa-ra-tion von Lied?“

Langsam gewöhnte Jolly sich an seine Redeweise und nickte: „ Ja, wir sind bereit.“ „ So megen folgen mir die Herren auf Bühne des Lebens“ sang er und leitete sie zum Vorhang, hinter dem sie warten sollten, bis er sie angekündigt hatte.

Jolly hielt in der einen Hand das Mikrofon und in der anderen den Textzettel. Jan hielt das andere Mikro mit beiden Händen fest. Dann erscholl Applaus und das Elfenmädchen hob den Vorhang, um sie auf die Bühne zu lassen.

Zunächst waren sie durch das Scheinwerferlicht, wie geblendet. Dann erklang plötzlich das Klavier und spielte die vertraute Begleitung zu ihrem Lied. Gleichzeitig richteten sich die beiden Jungen auf, nahmen die Mikrofone vor den Mund und sangen aus frohem Herzen und voller Kehle:

Freitag, 16. November 2012

Das Fest im Dorf


Das Fest im Dorf


Viele Kinder liefen durch den Raum und als eine Glocke ertönte, sammelten sie sich alle auf der Bühne. Jolly und Jan setzten sich mit ihren Familien an einen Tisch, nahe am Ausgang.

Als Jolly fragte, ob sie auch weiter vorne sitzen könnten, antwortete Mama, dass sie das natürlich tun könnten, doch da es sicher dort sehr laut sein würde, wäre es schwierig miteinander zu reden und auch für Lea wäre es vielleicht zu anstrengend. So könne sie mit ihr hinausgehen, wenn es zu laut würde. Das sah Jolly ein, denn er selber fand es schrecklich, wenn es so laut war, dass die Ohren schmerzten.

Jetzt erklang die Glocke ein zweites Mal und alle wurden still. Der Bürgermeister begrüßte die Anwesenden und wünschte einen harmonischen, fröhlichen Abend, der die Adventszeit beenden und das Weihnachtsfest einleiten sollte.

Dann stellte sich eine große Kinderschar auf die Bühne, ein Klavier erklang, und die Kinder begannen zu singen und zu tanzen, manchmal alle zusammen, manchmal alleine, manchmal in kleinen Gruppen. Es war sehr kurzweilig und bunt anzusehen und zu hören und gerade die kleinen Fehler, oder Unsicherheiten machten es noch lebendiger und schöner. Viel zu schnell war dieser erste Programmpunkt vorbei.

Dann trat plötzlich der Vogelmensch auf die Bühne und spielte auf einer Flöte und lauter kleine Vogelkinder purzelten aus allen Ecken und Winkeln kommend um ihn herum.

Plötzlich wurde es ganz stille, das Licht ging bis auf einen kleinen Scheinwerfer aus. In seinem Lichtstrahl kletterten die Vogelkinder so aufeinander herum, dass sie sich zu einer hohen Pyramide formten. Dann begann ein Trommelwirbel und plötzlich flog ein kleines Vogelmädchen auf die Spitze der Pyramide, wackelte ein wenig, fing sich und richtete sich dann strahlend auf. Alle klatschten begeistert, als die Kinder und der Vogelmensch zur Abschlussverbeugung nach vorne traten.

Donnerstag, 15. November 2012

der vierte Tag


Der vierte Tag


Am nächsten Morgen zogen Papa und Jolly gemeinsam auf die Anfängerskipiste. Dort bekamen sie Skischuhe und Skier angepasst und lernten die ersten Grundbegriffe des Skilaufens. Da es dabei immer wieder zu leichten Stürzen kam, hatten alle viel zu lachen.

Mama und Lea waren mit Jans Mama ins Dorf gefahren, um einen kleinen Einkaufsbummel zu machen und Jan sauste mit seinen Freunden über die steileren Pisten, denn er war schon ein sehr sicherer Skiläufer.

Als Papa und Jolly ins Hotel zurückkehrten, waren sie rechtschaffen müde und kalt und froh sich umziehen zu können. Auf ihrem Zimmer trafen sie auch Mama und Lea und so konnten sie gemeinsam zu Tische gehen.

Am Nachmittag war Gammeln angesagt. Jolly freute sich, denn er hatte ein spannendes Buch und wollte es gerne zu Ende lesen. So kuschelte er sich in sein Bett, während Lea auf dem Fußboden spielte und Papa Zeitung las. Mama lag auf der Sonnenterrasse in einem Liegestuhl, um sich zu bräunen.

Gerade, als Jolly die letzte Seite des Buches gelesen hatte, richtete Lea sich an seinem Bett auf, hielt ihr Köpfchen ganz schief, lächelte und sagte: „Meiolly daaa“ und lachte ganz hell.

Jolly musste auch lachen und sagte: „ Lea daaa“ und tippte sie mit seinem Zeigefinger leicht an. Lea quitschte auf und wiederholte: „Meiolly daaa“ und Jolly antwortete ihr auf die gleiche Weise. So spielten sie eine ganze Weile miteinander. Papa hatte seine Zeitung zur Seite gelegt und sah ihnen lächelnd zu.

Da hörten sie ein Geräusch und als sie aufblickten, kam Mama gerade zur Tür herein. Lea und Jolly riefen zusammen: „Mama daaaa“ und Jolly bekam einen richtigen Lachkrampf, während Lea auf Mama zueilte, die sich hinhockte und die Arme ausbreitete. Dann hob sie Lea hoch, drehte sich mit ihr im Kreise und küsste sie. „Habt Ihr gesehen, Lea ist ganz alleine gelaufen“, rief sie fröhlich. „So ein großes Mädchen haben wir schon.“

Nach dem Abendbrot zogen sich alle die Schneeanzüge an, denn an diesem Abend fand im Dorf ein großes Fest statt. Alle waren eingeladen zum Adventsausklang.

In einem großen Dorfgemeinschaftsraum, waren viele Tische und Bänke aufgestellt, eine Fläche war als Tanzfläche freigehalten und dahinter war eine Bühne, auf der schon einige Musiker Platz genommen hatten.

Mittwoch, 14. November 2012

Pfannkuchen


Als nächster Programmpunkt startete ein Theaterstück zum Mitspielen. Jan und Jolly durften Bärenzwillinge sein, die sich im Walde verirrten und nach spannenden Abenteuern doch wieder heile zuhause ankamen. Sie hatten viel Spaß und die Zeit verflog im Nu.

Sie waren sehr erstaunt, als Mama und Jans Mutter plötzlich in der Tür standen und fragten, ob sie fertig wären und Lust hätten mit zum Abendbrot zu kommen. Da das Theaterstück beendet war, zogen sie schnell ihre Kostüme aus, bedankten sich für den schönen Nachmittag und merkten, dass sie auch einen Bärenhunger hatten.

Papa, Lea und Jans Papa saßen schon zusammen an einem Tisch und aßen Pfannkuchen.
"Weißt Du, was schön ist, Mami, hier kann jeder kommen, wann er will und es ist immer etwas zu essen da. Wir können alle zusammen sitzen und uns unterhalten, auch wenn jemand noch isst, oder schon fertig ist.“ Jolly war sehr einverstanden mit diesen Ferien.

Plötzlich erklang leise Musik und als Jolly sich, dem Klang lauschend, umsah, entdeckte er auf einer kleinen Bühne eine Gruppe von Menschen in fein aufeinander abgestimmter Kleidung, die mit Instrumenten und Gesang Weihnachtslieder und -gedichte vortrug.

Alle wurden nach und nach still und mancher sang mit, wenn es ein bekanntes Weihnachtslied war. Jolly lehnte in Mamas Armbeuge und Jan hatte sich an seinen Papa angekuschelt, der ihm selbstvergessen durch das strubbelige Haar strich. So klang dieser Tag ganz besinnlich aus.

Dienstag, 13. November 2012

Schneemannbauen


Am Nachmittag


Nach dem Mittagessen gingen Jan und Jolly zum Schneemannbauen. Das Hotel bot eine gute Kinderbetreuung als Serviceleistung an und nun stand das Schneemannbauen auf dem Programm.

Das Mittagessen hatte den beiden genug Erholung gebracht und so waren sie voller Tatendrang. Gemeinsam rollten sie die dicksten Schneekugeln herbei und mit vereinten Kräften mehrerer Kinder setzten sie sie aufeinander, sodass bald eine ganze Schneegesellschaft um das Hotel herumstand.

Möhren, Kohlestückchen und Besenstiele gaben den Schneewesen ein lustiges Aussehen. Einer der Hotelangestellten hatte eine große Kiste mit Karnevalskostümen, die sie den Schneewesen auch noch überzogen. Das sah so witzig aus, dass alle lachen mussten.

Dann ging es wieder ins Haus, wo heißer Kakao, Gebäck und belegte Brote die fleißigen Arbeiter erwarteten.

Montag, 12. November 2012

Der dritte Tag


Der dritte Tag


Am nächsten Morgen wachte Jolly voller Tatendrang auf. Der Kapitän hatte sich erholt und würde heute erneut in See stechen. Sein Steuermann Jan wartete schon auf ihn und gemeinsam würden sie große Abenteuer bestehen.

Mama war auch schon wach und so gingen sie zum Frühstuck herunter. Papa und Lea schliefen noch tief und fest.

Jan war mit seiner Mama auch schon da und so saßen sie gemütlich zusammen. Plötzlich stand ein ganz bunter Vogelmensch an ihrem Tisch und piepste: „Wollen die Herren laufen auf das Eis mit Schuhen von Schlitt?“

Jolly und Jan sahen ihn überrascht an. Er wackelte mit dem Kopf, sodass seine Federn flogen und wiederholte: „Wollen die Herren laufen auf das Eis mit Schuhen von Schlitt?“

Ah!“ rief Jolly,: „Er fragt, ob wir Schlittschuh laufen wollen. Dürfen wir?“ Er blickte Mama an und als sie lächelnd nickte, blickte er auch zu Jans Mama, die ebenfalls zustimmte. „ Schön“ freuten sich die beiden Jungen und sprangen auf. Da sie beide schon Schneeanzüge trugen, konnten sie direkt mitgehen.

Sie folgten dem Vogelmann auf den Hotelvorplatz und trafen dort noch eine ganze Gruppe anderer Kinder an. Ein großer Schlitten mit 2 Pferden vorgespannt stand bereit, um die Kinder zur Eisbahn zu bringen.

Als Jolly Platz genommen hatte, sah er noch einmal zum Hoteleingang und entdeckte Mama und Jans Mutter, die ihnen zuwinkten.“ Wir kommen gleich nach und schauen Euch zu“ rief Mama und Jolly atmete erleichtert auf. Es war ihm doch ein bisschen komisch unter all den fremden Kindern.

Der Vormittag verging sehr schnell auf der Eisbahn und sie waren hungrig und erschöpft, als sie ins Hotel zurückkehrten. Nachdem sie sich umgekleidet hatten, trafen sie sich zum Mittagsbuffet und aßen mit gutem Appetit.

Papa und Lea hatten auch einen schönen Vormittag im Zimmer und Papa erzählte, wie Lea immer wieder mit ihren Händchen in sein Gesicht gepatscht und „Meiaa“ gesagt hatte. Da Papa viel unterwegs war, schlief Lea meist, wenn er nach Hause kam und so genoss er die Ruhe und Zeit, die er mit seiner kleinen Tochter verbringen konnte.

Sonntag, 11. November 2012

Die Nachtwanderung im Pferdeschlitten


Habt ihr Lust auf eine Nachtwanderung im Pferdeschlitten?“ fragte Jans Vater und alle stimmten zu. Als sie sich umgezogen hatten und auf dem Hotelvorplatz ankamen, standen dort schon Pferdeschlitten mit Schellengeläut' . Alle verteilten sich auf die Schlitten und los ging´s durch die klare Winternacht.

Jan und Jolly saßen mit Mama, Papa und Lea in einem Schlitten. Außer dem Schellengeläut war alles ganz still. Die Sterne funkelten am Himmel und plötzlich fielen ganz viele Sternschnuppen. Jolly war so fassungslos, dass er gar nicht sprechen konnte.

Auch Jan strahlte: „ Wir sind schon so lange und auch so oft hier gewesen, aber das habe ich noch nie erlebt“ flüsterte er und dabei glitzerten seine Augen sehr.

Ah, grüetzi


Am Abend

Da sie sich alle zum Abendessen verabredet und getroffen hatten,  baten Jan und Jolly nach einiger Zeit darum, aufstehen zu dürfen. Sie erkundeten die Räume des Hotels und fanden einen Raum, in dem gerade ein riesiger Tannenbaum geschmückt wurde. „ Ah, Gruezi, hammer neie Helfa?“ Jolly starrte den Sprecher mit offenem Munde an. Das war eine sehr komische Sprache.

Jan tippte ihn an, „Hast Du auch Lust dabei zu helfen den Tannenbaum zu schmücken?“ „ Dürfen wir das?“ „ Ja, der Herr hat uns doch gerade gefragt“ „ Ah,“ sagte Jolly,: „okay, jetzt verstehe ich, gerne, ich würde gerne helfen, Du auch?“
Jan nickte und so durften sie die glitzernden Kugeln, das Lametta und Strohsterne aufhängen.

Plötzlich hörte Jolly Mamas Stimme und lief schnell zur Türe. „Hier bin ich Mama, wir durften helfen, den Tannenbaum zu schmücken. Sieh nur, wie schön er ist“

Mama kam heran, strich Jolly über den Kopf und sah den schönen Tannenbaum an. „ Ja, wunderschön und in 3 Tagen ist schon Weihnachten, dann sind wir auch noch hier.“ Jolly strahlte, das war schon wieder ein Grund zur Freude. Gemeinsam mit Jan gingen sie zurück zum Tisch, an dem die anderen noch saßen.

Freitag, 9. November 2012

in den Ferien kann man machen, was man will


Der zweite Tag


Am nächsten Morgen erwachten sie von lauten Böllerschüssen. Es klang wie Donner, doch der Himmel war hell. Lea weinte und Jolly kroch schnell zu Mama und Papa ins Bett. Mama holte Lea dazu und tröstete sie. „Das sind Böllerschüsse. Damit werden Schneeberge gesprengt, damit die Skiläufer vor Lawinen geschützt sind.“ sagte Papa.

Machen sie das immer so früh am Morgen?“, fragte Jolly “Sieh nur, sie haben Lea erschreckt und ich hatte auch Angst“

Papa lächelte“ Sieh mal auf die Uhr, Jolly.“ „Waas, es ist 12 00 Uhr mittags? Oh weia, haben wir dann aber lange geschlafen.“ „ Schön, nicht wahr und wir können noch viel länger rumgammeln, wenn wir wollen“ lächelte Mama.

Jolly kuschelte sich zwischen seinen Eltern zurecht. Das war supersupersuper in Ordnung.
Papa fragte, ob jemand Hunger, oder Durst habe, er wolle den Zimmerservice bestellen.

Alle wählten etwas aus und kurze Zeit später klingelte es an der Tür. Als Jolly öffnete, kam ein Kellner mit einem Wagen voller Köstlichkeiten in den Raum und deckte einen kleinen Tisch ein. Als er ging, reichte Jolly ihm das Trinkgeld, das Papa ihm vorher dafür gegeben hatte.

Dann speisten sie alle zusammen und kuschelten sich noch mal ins Bett. Jolly meinte: „Es ist ganz egal, wann Tag oder Nacht ist, in den Ferien kann man machen, was man will und wann man will, das ist richtig schön“

Sie verbrachten den Nachmittag im Bett und waren gut ausgeruht, als sie sich um 18 00 Uhr mit Jan und seinen Eltern zum Abendbrot trafen. Eine gemütliche Runde, in der viele Geschichten erzählt und häufig gelacht wurde.

Donnerstag, 8. November 2012

In der Familienbar


Nachdem der Kugelspaß beendet war, gingen sie noch in die Familienbar, um heißen Kakao zu trinken und Gebäck zu essen. Jan und seine Eltern waren auch da und so saßen sie noch gemütlich zusammen. Der Abend verging so lustig und schnell, daß Jolly ganz überrascht war, als Papa sagte:“ So, nun ist es Mitternacht und wir wollen zu Bett gehen. Morgen ist ein neuer Tag. Gute Nacht alle miteinander.“

Jolly sprang auf, winkte Jan noch einmal zu und rannte zu den Fahrstühlen voraus. Als Mama, Papa und Lea herangekommen waren, drückte er auf den Knopf, der die Fahrstühle heranrief.

In welches Stockwerk müssen wir fahren und wie lautet unsere Zimmernummer?“
fragte er.

Ins dritte Stockwerk und wir haben die Zimmernummer 312“ antwortete Mama.

Da öffnete sich die Fahrstuhltür und ein Page, bat sie einzutreten. Als alle im Fahrstuhl waren, gab Jolly ihr Ziel an und der Page zeigte ihm, auf welche Knöpfe er drücken musste, damit der Fahrstuhl losfahren konnte.

Bevor er einschlief, betet Jolly: „Danke, danke, danke lieber Gott und schlaf auch schön. Ich hoffe, Du hattest auch so einen schönen Tag, wie wir. Amen“

Mittwoch, 7. November 2012

Die Schneekugelbahn


Die Schneekugelbahn


Nach dem Abendbrot machten sie eine Wanderung um das Hotel herum und entdeckten auf der Rückseite eine beleuchtete Rutsche aus Bastmatten, Sie war so breit, dass sogar ein Erwachsener in seiner ganzen Länge darauf liegen konnte. Es ging leicht abwärts und eine Schlange von Leuten stand davor, um sich einzeln nach und nach den Berg hinabzukugeln. Alles lachte und scherzte.

Plötzlich klopfte jemand auf Jollys Schulter. Erschrocken drehte er sich um und sah in Jans strahlende Augen. „ Ach, das ist ja schön, dass wir uns hier treffen. Bist Du schon einmal heruntergekugelt? Es kribbelt so schön im Bauch und man kann selber das Tempo bestimmen“ rief er fröhlich. Jolly wurde ganz aufgeregt. Wie lange es nur dauerte, bis er an der Reihe war.

Dann war die Bahn frei für ihn. Ein Helfer zeigte ihm, wie er sich am besten hinlegen könne und gab ihm dann einen kleinen Schubs, sodass er losrollte.

Jolly streckte seine Arme ganz lang nach vorne aus und legte seinen Kopf dazwischen, seine Beine streckte er nach hinten und so rollte er leicht die Bahn hinab. Viel zu schnell war das Ende erreicht, doch genau, wie die anderen lief er außen herum, um sich noch einmal anzustellen.

Als er oben ankam, sah er gerade, wie Papa hinunterkugelte und das sah so komisch aus, dass Jolly schallend lachen musste. Mama lachte auch und sagte: „ Wenn Du auf Lea aufpasst, dann kann ich auch mal kugeln“ „ Oh ja, gerne“ lachte Jolly und streckte die Arme nach Lea aus. Sie lächelte, hob ihre Ärmchen und sagte wieder: „ Mei Olly“ Jolly drückte sie an sich und küsste sie auf die Wange. Sie schmiegte sich an ihn und zusammen sahen sie zu, wie Mama nun den Berg herabrollte. Papa war auch wieder da und übernahm Lea, sodass Jolly nun wieder frei war und sich anstellen konnte.

Die Schlittenfahrt 1


Die riesigen Berge, die verschneiten Felder, Wiesen und Wälder, die Wege und vereisten Bäche boten so viel anzusehen. Nach einer Weile stupste der Kutscher Jolly an: „ Moagst d' Leina füera?“ Jolly blickte ihn erschrocken an, was mochte das heißen? Der Kutscher hielt ihm die Leinen hin und wiederholte:„ Moagst d' Leina füera?“ „ Ah“ sagte Jolly und deutete auf sich: „Ich darf die Zügel halten?“ Der Kutscher nickte und zeigte Jolly, wie er die Leinen korrekt in die Hände nehmen konnte.

Jolly strahlte und achtete jetzt sehr konzentriert auf den Weg, denn es könnte ja passieren, dass plötzlich ein dicker Stein, oder ein Loch das Pferd zum Straucheln und damit seine Familie in Gefahr brächte. Er sah es genau vor sich, wie dankbar alle waren, weil ihr Kutscher Jolly sie so sicher und sanft durch alle Schwierigkeiten gefahren hatte.

Ab und zu griff der Kutscher leicht in Jollys Führung ein, doch insgesamt ließ er ihn gewähren. Nach 2 Stunden waren sie wieder am Hotel und Jolly freute sich, dem Pferd eine Möhre und dem Kutscher das Geld geben zu dürfen.

Jetzt brauchen wir aber eine kleine Pause“ sagte Mama und Jolly war froh darüber, denn er hätte sich geschämt, zugeben zu müssen, dass er ganz erschöpft war.

Sie gingen auf ihr Zimmer und warfen sich auf die Betten. Als Jolly erwachte und auf die Uhr sah, war es schon 15 00 Uhr am Nachmittag. Mama, Papa und Lea schliefen noch. Jolly erhob sich leise und nahm aus dem kleinen Tischkühlschrank eine Flasche Saft. Er ging ins Bad, um sie zu öffnen und trank durstig. Danach legte er sich wieder auf's Bett.

Als er erwachte, hatte Mama das Licht im Zimmer angemacht, weil es draußen schon ganz dunkel geworden war. „Wo ist denn die Sonne geblieben? fragte Jolly.
Mama lächelte: „Die ist schon eingeschlafen“

Wir haben den ganzen Tag verschlafen, man gut, dass wir die Verabredung abgesagt haben, nicht wahr Mama?“ „ Ja und das hat uns richtig gut getan und jetzt wollen wir zum Abendessen gehen, oder bist Du noch vom Frühstück satt?“ „Oh nein, ich habe einen Bärenhunger“ lachte Jolly und zusammen gingen sie in den Speisesaal, in dem Papa mit Lea saß und schon den ersten Gang verspeiste.

Montag, 5. November 2012

Die Schlittenfahrt


Die Schlittenfahrt


Als sie aus dem Haus traten, stand vor dem Portal ein Schlitten mit einem davorgespannten dicken Pferdchen, über dessen Schultern ein hoher Schellengurt geschwungen war. „ Sieh nur Papa, das sieht aus, wie ein Haflinger in meinem Bilderbuch. So eine Schlittenfahrt ist bestimmt sehr lustig“ rief Jolly aufgeregt.

Papa lächelte: Na, dann haben wir ja Glück, dass der Schlitten für uns bereitgestellt wurde.“ „ Wirklich, Papa, dürfen wir jetzt mit dem Pferdeschlitten fahren?“ Jolly wusste vor Freude kaum, wohin er springen sollte und warf sich jauchzend in eine große Schneewehe. Alle lachten. Dann trat der Kutscher herbei und öffnete den Schlag für Mama, Papa und Lea. Er legte ihnen warme Pelze und Decken über die Beine, sodass sie fest eingepackt waren.

Jolly hatte sich inzwischen aus der Schneewehe herausgearbeitet und klopfte sich den Schnee vom Skianzug. Da schloss der Kutscher den Wagenschlag und stieg auf den Kutschbock. Jolly stand mit offenem Munde da, schüttelte seinen Kopf und stotterte vor Aufregung: „ Aaaaber, ich will dddoch auch noch mit. Habt Ihr mich vergessen?“

Da rief der Kutscher: „Kumm Büebli, hock di `nauf zu mia.“ Mama rief: Jolly steig schnell vorne auf den Kutschbock. Du darfst, beim Kutscher sitzen“ Jolly atmete erleichtert auf, schwang sich behend auf den Kutschbock, wurde vom Kutscher gut eingepackt und mit einem Schnalzer und einem leichten Zügelschlag auf den Rücken des Pferdes ging es los in die Schneelandschaft.

Sonntag, 4. November 2012

Mei Olly


Jolly ging mehrmals zum Buffet und kehrte mit kleinen Schälchen voller Kostbarkeiten für sich und die ganze Familie wieder. Als er wieder zum Buffet ging, stand plötzlich ein Junge neben ihm: „Hallo, ich heiße Jan, wie ist Dein Name?“ „ Oh, ich heiße Jolly und bin mit Mama, Papa und meiner kleinen Schwester Lea gestern angekommen. Da drüben am Fenster sitzen sie, siehst Du?“ Jan nickte und zeigte Jolly den Platz, an dem seine Eltern saßen.

Vielleicht können wir ja etwas zusammen unternehmen.“ sagte er. Jolly nickte, Ja, das wäre schön. „ Wir können ja unsere Eltern fragen“, Jan nickte auch und so kehrten sie zu ihren Tischen zurück.

Na, hast Du schon jemanden kennengelernt?“ fragte Mama lächelnd. „Ja, das ist Jan“ er sitzt mit seinen Eltern da drüben“ Jolly zeigte in die Richtung und weil Jan gerade herübersah, winkte er ihm zu und Jan winkte zurück.

Er sieht nett aus. Vielleicht können wir auch etwas gemeinsam unternehmen.“ sagte Mama. Jolly strahlte, Mama wusste immer das Richtige zu sagen. Dann aßen sie weiter.

Plötzlich fiel ein Schatten auf den Tisch und als sie aufblickten, stand ein großer Mann im Skianzug vor ihnen. „ Guten Morgen, ich bin der Vater von Jan und ich würde mich freuen, wenn wir heute abend zusammen speisen würden, so gegen 18 30 Uhr, wäre Ihnen das recht?“

Mama und Papa sahen sich an. Dann sprach Mama: „Das ist eine sehr schöne Idee, wir würden gerne mit Ihnen zusammen speisen, allerdings wäre es uns lieber, wenn wir es auf morgen verschieben könnten, da heute unser erster Tag hier ist und wir ihn gerne frei von Termindruck verbringen würden.“

Das verstehe ich gut und morgen ist für uns auch sehr passend. Vielleicht begegnen wir uns tagsüber auf der Piste, oder im Wald“ Damit verneigte er sich und ging zurück zu seinem Tisch.

Da bin ich aber wirklich froh“ sagte Jolly. „Morgen finde ich auch sehr gut. Heute wollen wir doch erst mal alles ansehen und ausprobieren, nicht wahr?“ Er lächelte Mama und Papa an und beide lächelten zurück.

Plötzlich sagte Lea: „Mei olly“ und streckte die Hände zu Jolly aus. „ Mama, hast Du das gehört? Lea hat gesagt, mein Jolly. Meine kleine Schwester.“ Jolly strahlte und umarmte Lea, die ihm mit ihren kleinen Händchen ins Gesicht patschte und dabei glücklich krähte.

Alle lachten und so endete auch das Frühstück fröhlich.

Samstag, 3. November 2012

Der erste Tag


Der erste Tag


Am nächsten Morgen war Jolly als erster wach und musste einen Moment überlegen, wo er sich befand. Dann richtete er sich im Bett auf und ein dicker Sonnenstrahl blendete ihn und brachte ihn zum Niesen. Hatschi und gleich noch mal hatschi, hatschi, Jolly musste immer weiter niesen und lachte dazwischen so sehr, dass ihm Tränen in den Augen standen.

Natürlich erwachten dadurch alle. Lea richtete sich am Gitter ihres Bettchens auf und lachte auch aus vollem Herzen. Mama sprang aus dem Bett, hob Lea auf ihren Arm, tanzte mit ihr durchs Zimmer, und ließ sich dann mit ihr auf's Bett fallen. Papa schwang seine langen Beine aus dem Bett, stellte sich davor, klopfte mit seinen Händen auf seine Brust und machte ganz komische Töne.

Jolly krümmte sich vor Lachen. Da kam Papa zu ihm, nahm ihn mit Schwung auf die Arme und drehte sich mit ihm im Kreise und dann landeten sie auch auf dem Bett. Völlig erschöpft lag Jolly da und sah in den blauen Morgenhimmel. Das war mal ein richtig schönes Erwachen. Was der Tag heute wohl noch bringen würde? Jolly sah Papa an, der neben ihm lag. „ Weißt Du, Papa, wenn ich groß bin, will ich genauso sein, wie Du“
Er überdachte seine Worte und nickte dann bekräftigend, Ja , genauso fühlte es sich richtig an.

Papa lächelte und strich ihm über das strubbelige Haar: „Mein Junge“.
Dann stupste er ihn an und sagte: „Komm Junge, wir machen uns zuerst fertig, lassen wir Mama und Lea noch etwas Zeit.“ Jolly strahlte: „Genau, wir Männer, machen uns jetzt fertig zum Frühstück“

Er sprang aus dem Bett und ging mit Papa ins Badezimmer.
Als alle fertig gewaschen und angezogen waren, gingen sie in den Frühstücksraum hinunter. Wieder gab es eine reichliche Auswahl an Speisen für jeden Geschmack.

Freitag, 2. November 2012

Das Abendbrot


Das Abendbrot


Das Abendbrot wurde in einem großen Speisesaal serviert. Es gab ein Buffet, das waren ganz viele Tische voller warmer und kalter Speisen. Jolly staunte:“ Wer soll das denn alles essen?“

Es sind eine Menge Urlauber und alle bezahlen viel Geld, um hier sein zu können; deshalb gibt das Hotel auch eine reichliche und gute Verpflegung.“ Jolly nickte, das verstand er gut. Wo es schönes Essen gab, dahin kam man gerne zurück.

Sie wurden vom Ober an einen Tisch geführt und dann begann das Abenteuer Abendbrot.

Zuerst gingen Mama und Jolly zum Buffet und füllten ihre Teller mit vielen verschiedenen kleinen Speisen, dann ging Papa und kam mit einer Suppenterrine und kleinen Brötchen wieder. Alle probierten von allem und genossen die Fülle.

Danach kehrten sie zurück auf ihr Zimmer und Jolly und Lea schliefen schnell ein, während Mama und Papa noch zusammen saßen und aus dem Fenster in die sternklare Nacht blickten.

Donnerstag, 1. November 2012

Die Schneeballschlacht


Mama nahm eine Handvoll Schnee, formte eine kleine Kugel daraus und warf sie auf Jolly´s Rücken. Er spürte nur einen leichten Aufprall. „Oh Mama, darf ich das auch mal versuchen?“ „Ja klar“, lachte sie „wir machen jetzt eine Schneeballschlacht. Nur achte darauf, Steinchen und andere feste Teile wegzulassen, denn damit könntest du jemanden verletzen.“ Jolly nickte, ’ja, das wäre schlimm.’

So warfen Mama und Jolly immer Schneebälle aufeinander. Papa folgte lächelnd mit Lea´s Schlitten. Lea lachte hell auf, wenn Mama oder Jolly von einem Schneeball getroffen wurden.

Plötzlich sagte Mama zu Papa: “So Martin, jetzt bist du an der Reihe“, nahm ihm das Seil des Schlittens aus der Hand und schob ihn vor. Papa lachte, trat einen Schritt zur Seite, bückte sich und formte den ersten Schneeball . Dann lächelte er und zielte genau auf Mama´s Rücken, "Zack, getroffen". Mama wirbelte herum, rief Jolly zu, dass er bitte Lea´s Schlitten übernehmen sollte, und dann gab es eine Schneeballschlacht zwischen Mama und Papa, die sich gewaschen hatte.

Jolly musste sich vor Lachen auf den Schlitten zu Lea setzten, sonst wäre er umgefallen. Endlich ergab Mama sich und Papa nahm sie in seine Arme und sie küssten sich herzlich.

Ja, so ist es richtig“, dachte Jolly zufrieden. Sie gingen weiter in einem Bogen zurück zum Hotel. Es begann schon zu dämmern und die Sonne ging hinter den hohen Bergen unter.

Nun wollen wir die Schneeanzüge auf die Heizung legen und dann Abendbrot essen“, sagte Mama. „Oh ja“, nickte Jolly „ich habe einen Super-Bärenhunger.“

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Schnee



Ihr Zimmer war riesengroß und aus den Fenstern konnte man noch größere Berge voller Schnee sehen. Jolly konnte kaum glauben, dass sie echt waren und kalt und wirklich.

Schließlich sagte Mama:“ Nun komm Jolly, wir wollen in den Schnee gehen, hier ist ein Schneeanzug für dich.“ Jolly jauchzte, klatschte in die Hände und beeilte sich, den Schneeanzug anzuziehen. Mama half ihm, denn es waren viele Reißverschlüsse zu schließen. Endlich waren alle gerüstet und es konnte losgehen.

Vor dem Haus stand ein kleiner Rodelschlitten, auf den stellten sie Lea´s Kindersitz. Lea war jetzt auch wach geworden und schaute neugierig aus ihrem Schneeanzug heraus. Jolly strich ihr einmal leicht über die Wange und Lea lachte ihn an. Dann zog Papa am Seil des Schlittens und es ging los. Mama hüpfte nebenher und Jolly rannte lachend voraus.

Doch was war das, plötzlich glitten seine Beine unter ihm fort und platsch lag er im Schnee. Das war ja ganz weich und sanft und kalt Jolly drehte den Kopf, lachte und sagte: “Ich kann Schnee essen, er schmeckt wie Wassereis , nur leichter, das ist ja lustig.“

Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Ankunft


Die Ankunft


Vor dem Flughafengebäude stand ein großer Bus eines Hotels. Ein Chauffeur in einer Livree öffnete seine Tür und verneigte sich, als sie aus dem Gebäude kamen. Jolly sah ihn interessiert an. Hier oben auf Papa´s Arm sahen die Menschen anders aus, als wenn Jolly selber auf dem Boden stand. In diesem Moment setzte Papa Jolly ab und sagte:“ Komm Junge, jetzt steigen wir in den Bus und fahren zum Hotel.“ Jolly durfte zuerst einsteigen. Papa übernahm Lea und Mama stieg zu Jolly in den Bus, dann kam Papa mit Lea auch dazu.

Heute schläft Lea aber viel, was Mama?“, sagte Jolly. Mama lachte: “Weißt du, im Flugzeug hat sie fast zwei Stunden schön gespielt und jetzt ist sie wieder eingeschlafen.“ „Waas“, sagte Jolly fassungslos „so lange dauerte der Flug? Ich dachte, es wäre ganz kurz gewesen.“

Es ist doch gut so, jetzt bist du ausgeruht und wir können noch etwas unternehmen“, lächelte Mama. Plötzlich sagte Papa: „Schau Jolly, da ist der Schnee“ und zeigte auf das Fenster. Jolly staunte: Das war weiß, richtig weiß und viel, sooo viel.

Oh Papa, dürfen wir den Schnee berühren?“ „Ja Junge, wir dürfen ihn berühren, in ihm toben, Schlitten fahren, Schneemänner bauen und was uns sonst noch so einfällt.“

Jolly strahlte und wurde ganz zappelig. „Dauert es noch lange, bis wir da sind?“ „Nein, schau, dort ist schon unser Hotel. Es heißt „Alpenblick“, das ist wichtig, den Namen zu behalten. Alpenblick, Hotel Alpenblick“. Jolly nickte, ja, wenn man in einem fremden Land war, war es noch wichtiger zu wissen, wo man wohnte.

Jetzt holen wir erst die Zimmerschlüssel, ziehen uns warm an und dann geht’s raus in den Schnee“, sagte Mama, nahm Jolly´s Hand in ihre und gemeinsam sprangen sie aus der offenen Autotür auf den Hotelvorplatz.

Jolly lachte, mit Mama konnte man immer Quatsch machen. Papa und Lea kamen dazu und der Hotelpage trug ihr Gepäck hinterher. „Papa, warum trägt der Mann unser Gepäck?“ „Das ist sein Beruf und ein Service des Hotels, damit wir uns wohler fühlen.“ „Ach, das ist ja schön“, nickte Jolly. Sie gingen zur Rezeption und Papa füllte ein paar Formulare aus. Dann bekamen sie einen Schlüssel ausgehändigt und folgten einem anderen Pagen zum Aufzug.

Montag, 29. Oktober 2012

Im Flieger


Sie konnten direkt in den Flieger einsteigen und Jolly freute sich über den schönen Fensterplatz. Mit Papa an seiner Seite fühlte er sich jedem Abenteuer gewachsen.
Mama und Lea saßen auf der anderen Seite neben Papa und so konnte alles losgehen.
Papa zeigte Jolly, wie man sich anschnallen musste und die Stewardess zeigte das Anlegen der Rettungswesten und Sauerstoffmasken für den Notfall. Jolly musste lachen, denn die Stewardess bewegte sich nur zu einer Lautsprecher-Stimme und so sah sie aus, wie eine Marionette.

Endlich rollte das Flugzeug auf die Startbahn und Jolly legte seine Hand in Papa´s Hand. Sie wurden tief in die Sitze gedrückt, als das Flugzeug vom Boden abhob. Doch nach einiger Zeit wurde es wieder bequem und Jolly sah die kleine Welt unter sich. Sogar die Wolken waren unter ihnen und Jolly stellte sich vor, die Engel säßen darauf und würden ihm zuwinken. Er lehnte seinen Kopf an die Bordwand und sah ihnen zu.

Ganz leise hörte er Papa´s Stimme und dann wachte er auf. „Soll ich ich Dich tragen, Junge, oder kannst Du laufen“, fragte Papa. Jolly rieb seine Augen und lächelte über die Vorstellung, daß Papa ihn jetzt tragen könnte. „Na, dann komm“, sagte Papa und nahm den verblüfften Jolly auf den Arm.

Das war warm und schön. Jolly legte seine Arme um Papa´s Hals und seinen Kopf auf Papa´s Schulter. Das war jetzt schon der schönste Urlaub, den Jolly je erlebt hatte. Soviel stand fest.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Die Reise

Die Reise

Als der Flughafen erreicht war, weckte Mama Jolly und nahm Lea mitsamt ihrem Kindersitz aus dem Auto heraus. Papa hatte das Gepäck auf einen großen Wagen gepackt und Jolly durfte obenauf sitzen und sich von Papa schieben lassen. Auch Lea in ihrem Kindersitz fand Platz auf dem Gepäckwagen und so konnte Kapitän Jolly sein Schiff auf dem Flughafenmeer mithilfe seines Steuermannes Papa sicher zum Flugschalter geleiten.

Als Mama und Papa die Formalitäten erledigt hatten, wurde das Gepäck über ein breites Band abtransportiert und sie gingen mit der immer noch schlafenden Lea langsam zum Flugsteig.

Wohin müssen wir gehen“, fragte Jolly, mit großen Augen um sich blickend. „Zum Flugsteig Nr 17. Siehst du, dort sind die Nummer und ein Pfeil, dem folgen wir jetzt“. lächelte Mama. Papa trug Lea und einen Handkoffer und lächelte Jolly ebenfalls kurz zu.

Samstag, 27. Oktober 2012

warme Frikadellen


Jolly mochte Lea, besonders, wenn er merkte, dass sie sich von ihm trösten und beruhigen ließ, wenn sie weinte und nur Jolly in der Nähe war. „Große Brüder sorgen für kleine Schwestern, wenn Mama und Papa weg sind“ ,dachte Jolly zufrieden und kuschelte sich in seinen Kindersitz.

Mama gab ihm eine Dose mit warmen Frikadellen und Tomatensalat, seiner Lieblingsspeise.

Oh, darf ich das im Auto essen?“ fragte Jolly entzückt. „Ja, das ist heute eine Ausnahme. Hier ist ein Handtuch, damit kannst Du Deine Beine bedecken, um Deine Hose zu schützen“, lächelte Mama und reichte ihm Handtuch, Gabel und Serviette nach hinten.

Jolly richtete sich gemütlich ein und sah kauend aus dem Fenster auf die vorbeifliegende Landschaft. Er liebte Autofahren, dabei konnte er so schön träumen.

Plötzlich hörte er Papa´s Stimme: “Jolly, heute fliegen wir mit dem Flugzeug in ein anderes Land, das heißt Schweiz und hat Berge voller Schnee. Dort können wir Ski laufen lernen, Schneemänner bauen und Schlitten fahren.“ Jolly beugte sich ein wenig nach vorne. „Du meinst, dort ist wirklich richtiger, kalter Schnee?“

Papa nickte und lächelte. “Ja, Sohn, so ist es.“ Jolly strahlte. Dann gab er Mama die leere Frikadellendose und das Handtuch zurück. „Ich freue mich sehr“, murmelte er und lehnte sich an die Rücklehne an, schloss seine Augen und schlief ein.

Freitag, 26. Oktober 2012

wir fahren in den Urlaub


Noch ehe Jolly richtig begriffen hatte, was geschah, war Mama aus dem Auto gesprungen, hatte ihn auf den Arm genommen und drehte sich ganz schnell im Kreis mit ihm:“ Jolly, mein Jolly, es tut mir leid. Wir wollte dich von der Schule abholen und überraschen. Jetzt warst du schon vor uns zuhause.
Wir fahren in den Urlaub, jetzt gleich. Papa und ich haben eine Sondergenehmigung für dich bekommen vom Direktor, und weil wir doch in deiner Schule waren, dachten wir, wir könnten dich direkt mitnehmen, doch du warst zu schnell für uns.“ Das alles sprudelte aus Mama heraus, während sie ihn an sich drückte und dann absetzte.

Jolly atmete auf. Langsam wurde sein Herz wieder froh, der Druck im Bauch löste sich und die Tränen versiegten. Da legte Papa seine Hand auf Jolly`s Kopf. „Na, Junge“, sagte er mit rauher Stimme „dann komm, wir wollen fahren.“
Papa war immer schweigsam. Jedes Wort, das er redete, war kostbar und nun auch noch seine Hand auf Jolly`s Kopf. Freude und Dankbarkeit durchströmten ihn. Jetzt war alles gut. So stiegen Mama, Papa und Jolly ins Auto, wo Lea, Jolly´s kleine Schwester, in ihrem Kindersitz schlief.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

So fing es an


Winterzauber von Friederike Hapel


Als Jolly aus der Schule kam, war die Haustür verschlossen. Auf sein Klingeln erfolgte Schweigen und seine Rufe verhallten in der leeren Straße. Unruhig lief er zum Gartentor, um über die Terrasse zum Wohnzimmer zu gelangen. Vielleicht war Mama ja eingeschlafen?

Doch das Gartentor war fest verschlossen und Jolly war zu klein, um darüber hinwegzusteigen. Ratlos stand er da. Sein Herz klopfte ganz laut. Das Schlucken wurde schwer. Er bekam Bauchweh und seine Augen füllten sich mit Tränen.
Was war mit Mama passiert? Warum war das Gartentor verschlossen? Wieso war niemand da?

In diesem Moment hörte er ein Auto die Strasse heranfahren, das wie Papa`s Auto klang und es hupte und die Scheinwerfer blinkten auf, gingen an und aus.

Noch ehe Jolly richtig begriffen hatte, was geschah, war Mama aus dem Auto gesprungen, hatte ihn auf den Arm genommen und drehte sich ganz schnell im Kreis mit ihm:“ Jolly, mein Jolly, es tut mir leid. Wir wollte Dich von der Schule abholen und überraschen, jetzt warst Du schon vor uns zuhause.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Einführung Winterweihnachtszauber

Vor zwei Jahren schrieb ich die Geschichte über einen besonderen Winterweihnachtsurlaub in der Schweiz. Mein Anliegen war es ein Kinderbuch zur Entspannung zu schreiben. Aus jahrelanger therapeutischer Arbeit mit kindern weiß ich, wie wichtig es für sie ist, zur Ruhe zu kommen. in freien Spielen zu versinken, zu träumen und zu lauschen. Die Geschichte hat trotzdem spannende Kapitel, die sich immer wieder mit Ruhephasen abwechseln.

Sie erzählt von Jolly, seiner kleinen Schwester Lea, von Mama und Papa, von ihren Erlebnissen und neuen Freunden. ich wünsche allen gute Unterhaltung, die sie durch diesen Urlaub begleiten.