Mittwoch, 31. Oktober 2012

Schnee



Ihr Zimmer war riesengroß und aus den Fenstern konnte man noch größere Berge voller Schnee sehen. Jolly konnte kaum glauben, dass sie echt waren und kalt und wirklich.

Schließlich sagte Mama:“ Nun komm Jolly, wir wollen in den Schnee gehen, hier ist ein Schneeanzug für dich.“ Jolly jauchzte, klatschte in die Hände und beeilte sich, den Schneeanzug anzuziehen. Mama half ihm, denn es waren viele Reißverschlüsse zu schließen. Endlich waren alle gerüstet und es konnte losgehen.

Vor dem Haus stand ein kleiner Rodelschlitten, auf den stellten sie Lea´s Kindersitz. Lea war jetzt auch wach geworden und schaute neugierig aus ihrem Schneeanzug heraus. Jolly strich ihr einmal leicht über die Wange und Lea lachte ihn an. Dann zog Papa am Seil des Schlittens und es ging los. Mama hüpfte nebenher und Jolly rannte lachend voraus.

Doch was war das, plötzlich glitten seine Beine unter ihm fort und platsch lag er im Schnee. Das war ja ganz weich und sanft und kalt Jolly drehte den Kopf, lachte und sagte: “Ich kann Schnee essen, er schmeckt wie Wassereis , nur leichter, das ist ja lustig.“

Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Ankunft


Die Ankunft


Vor dem Flughafengebäude stand ein großer Bus eines Hotels. Ein Chauffeur in einer Livree öffnete seine Tür und verneigte sich, als sie aus dem Gebäude kamen. Jolly sah ihn interessiert an. Hier oben auf Papa´s Arm sahen die Menschen anders aus, als wenn Jolly selber auf dem Boden stand. In diesem Moment setzte Papa Jolly ab und sagte:“ Komm Junge, jetzt steigen wir in den Bus und fahren zum Hotel.“ Jolly durfte zuerst einsteigen. Papa übernahm Lea und Mama stieg zu Jolly in den Bus, dann kam Papa mit Lea auch dazu.

Heute schläft Lea aber viel, was Mama?“, sagte Jolly. Mama lachte: “Weißt du, im Flugzeug hat sie fast zwei Stunden schön gespielt und jetzt ist sie wieder eingeschlafen.“ „Waas“, sagte Jolly fassungslos „so lange dauerte der Flug? Ich dachte, es wäre ganz kurz gewesen.“

Es ist doch gut so, jetzt bist du ausgeruht und wir können noch etwas unternehmen“, lächelte Mama. Plötzlich sagte Papa: „Schau Jolly, da ist der Schnee“ und zeigte auf das Fenster. Jolly staunte: Das war weiß, richtig weiß und viel, sooo viel.

Oh Papa, dürfen wir den Schnee berühren?“ „Ja Junge, wir dürfen ihn berühren, in ihm toben, Schlitten fahren, Schneemänner bauen und was uns sonst noch so einfällt.“

Jolly strahlte und wurde ganz zappelig. „Dauert es noch lange, bis wir da sind?“ „Nein, schau, dort ist schon unser Hotel. Es heißt „Alpenblick“, das ist wichtig, den Namen zu behalten. Alpenblick, Hotel Alpenblick“. Jolly nickte, ja, wenn man in einem fremden Land war, war es noch wichtiger zu wissen, wo man wohnte.

Jetzt holen wir erst die Zimmerschlüssel, ziehen uns warm an und dann geht’s raus in den Schnee“, sagte Mama, nahm Jolly´s Hand in ihre und gemeinsam sprangen sie aus der offenen Autotür auf den Hotelvorplatz.

Jolly lachte, mit Mama konnte man immer Quatsch machen. Papa und Lea kamen dazu und der Hotelpage trug ihr Gepäck hinterher. „Papa, warum trägt der Mann unser Gepäck?“ „Das ist sein Beruf und ein Service des Hotels, damit wir uns wohler fühlen.“ „Ach, das ist ja schön“, nickte Jolly. Sie gingen zur Rezeption und Papa füllte ein paar Formulare aus. Dann bekamen sie einen Schlüssel ausgehändigt und folgten einem anderen Pagen zum Aufzug.

Montag, 29. Oktober 2012

Im Flieger


Sie konnten direkt in den Flieger einsteigen und Jolly freute sich über den schönen Fensterplatz. Mit Papa an seiner Seite fühlte er sich jedem Abenteuer gewachsen.
Mama und Lea saßen auf der anderen Seite neben Papa und so konnte alles losgehen.
Papa zeigte Jolly, wie man sich anschnallen musste und die Stewardess zeigte das Anlegen der Rettungswesten und Sauerstoffmasken für den Notfall. Jolly musste lachen, denn die Stewardess bewegte sich nur zu einer Lautsprecher-Stimme und so sah sie aus, wie eine Marionette.

Endlich rollte das Flugzeug auf die Startbahn und Jolly legte seine Hand in Papa´s Hand. Sie wurden tief in die Sitze gedrückt, als das Flugzeug vom Boden abhob. Doch nach einiger Zeit wurde es wieder bequem und Jolly sah die kleine Welt unter sich. Sogar die Wolken waren unter ihnen und Jolly stellte sich vor, die Engel säßen darauf und würden ihm zuwinken. Er lehnte seinen Kopf an die Bordwand und sah ihnen zu.

Ganz leise hörte er Papa´s Stimme und dann wachte er auf. „Soll ich ich Dich tragen, Junge, oder kannst Du laufen“, fragte Papa. Jolly rieb seine Augen und lächelte über die Vorstellung, daß Papa ihn jetzt tragen könnte. „Na, dann komm“, sagte Papa und nahm den verblüfften Jolly auf den Arm.

Das war warm und schön. Jolly legte seine Arme um Papa´s Hals und seinen Kopf auf Papa´s Schulter. Das war jetzt schon der schönste Urlaub, den Jolly je erlebt hatte. Soviel stand fest.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Die Reise

Die Reise

Als der Flughafen erreicht war, weckte Mama Jolly und nahm Lea mitsamt ihrem Kindersitz aus dem Auto heraus. Papa hatte das Gepäck auf einen großen Wagen gepackt und Jolly durfte obenauf sitzen und sich von Papa schieben lassen. Auch Lea in ihrem Kindersitz fand Platz auf dem Gepäckwagen und so konnte Kapitän Jolly sein Schiff auf dem Flughafenmeer mithilfe seines Steuermannes Papa sicher zum Flugschalter geleiten.

Als Mama und Papa die Formalitäten erledigt hatten, wurde das Gepäck über ein breites Band abtransportiert und sie gingen mit der immer noch schlafenden Lea langsam zum Flugsteig.

Wohin müssen wir gehen“, fragte Jolly, mit großen Augen um sich blickend. „Zum Flugsteig Nr 17. Siehst du, dort sind die Nummer und ein Pfeil, dem folgen wir jetzt“. lächelte Mama. Papa trug Lea und einen Handkoffer und lächelte Jolly ebenfalls kurz zu.

Samstag, 27. Oktober 2012

warme Frikadellen


Jolly mochte Lea, besonders, wenn er merkte, dass sie sich von ihm trösten und beruhigen ließ, wenn sie weinte und nur Jolly in der Nähe war. „Große Brüder sorgen für kleine Schwestern, wenn Mama und Papa weg sind“ ,dachte Jolly zufrieden und kuschelte sich in seinen Kindersitz.

Mama gab ihm eine Dose mit warmen Frikadellen und Tomatensalat, seiner Lieblingsspeise.

Oh, darf ich das im Auto essen?“ fragte Jolly entzückt. „Ja, das ist heute eine Ausnahme. Hier ist ein Handtuch, damit kannst Du Deine Beine bedecken, um Deine Hose zu schützen“, lächelte Mama und reichte ihm Handtuch, Gabel und Serviette nach hinten.

Jolly richtete sich gemütlich ein und sah kauend aus dem Fenster auf die vorbeifliegende Landschaft. Er liebte Autofahren, dabei konnte er so schön träumen.

Plötzlich hörte er Papa´s Stimme: “Jolly, heute fliegen wir mit dem Flugzeug in ein anderes Land, das heißt Schweiz und hat Berge voller Schnee. Dort können wir Ski laufen lernen, Schneemänner bauen und Schlitten fahren.“ Jolly beugte sich ein wenig nach vorne. „Du meinst, dort ist wirklich richtiger, kalter Schnee?“

Papa nickte und lächelte. “Ja, Sohn, so ist es.“ Jolly strahlte. Dann gab er Mama die leere Frikadellendose und das Handtuch zurück. „Ich freue mich sehr“, murmelte er und lehnte sich an die Rücklehne an, schloss seine Augen und schlief ein.

Freitag, 26. Oktober 2012

wir fahren in den Urlaub


Noch ehe Jolly richtig begriffen hatte, was geschah, war Mama aus dem Auto gesprungen, hatte ihn auf den Arm genommen und drehte sich ganz schnell im Kreis mit ihm:“ Jolly, mein Jolly, es tut mir leid. Wir wollte dich von der Schule abholen und überraschen. Jetzt warst du schon vor uns zuhause.
Wir fahren in den Urlaub, jetzt gleich. Papa und ich haben eine Sondergenehmigung für dich bekommen vom Direktor, und weil wir doch in deiner Schule waren, dachten wir, wir könnten dich direkt mitnehmen, doch du warst zu schnell für uns.“ Das alles sprudelte aus Mama heraus, während sie ihn an sich drückte und dann absetzte.

Jolly atmete auf. Langsam wurde sein Herz wieder froh, der Druck im Bauch löste sich und die Tränen versiegten. Da legte Papa seine Hand auf Jolly`s Kopf. „Na, Junge“, sagte er mit rauher Stimme „dann komm, wir wollen fahren.“
Papa war immer schweigsam. Jedes Wort, das er redete, war kostbar und nun auch noch seine Hand auf Jolly`s Kopf. Freude und Dankbarkeit durchströmten ihn. Jetzt war alles gut. So stiegen Mama, Papa und Jolly ins Auto, wo Lea, Jolly´s kleine Schwester, in ihrem Kindersitz schlief.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

So fing es an


Winterzauber von Friederike Hapel


Als Jolly aus der Schule kam, war die Haustür verschlossen. Auf sein Klingeln erfolgte Schweigen und seine Rufe verhallten in der leeren Straße. Unruhig lief er zum Gartentor, um über die Terrasse zum Wohnzimmer zu gelangen. Vielleicht war Mama ja eingeschlafen?

Doch das Gartentor war fest verschlossen und Jolly war zu klein, um darüber hinwegzusteigen. Ratlos stand er da. Sein Herz klopfte ganz laut. Das Schlucken wurde schwer. Er bekam Bauchweh und seine Augen füllten sich mit Tränen.
Was war mit Mama passiert? Warum war das Gartentor verschlossen? Wieso war niemand da?

In diesem Moment hörte er ein Auto die Strasse heranfahren, das wie Papa`s Auto klang und es hupte und die Scheinwerfer blinkten auf, gingen an und aus.

Noch ehe Jolly richtig begriffen hatte, was geschah, war Mama aus dem Auto gesprungen, hatte ihn auf den Arm genommen und drehte sich ganz schnell im Kreis mit ihm:“ Jolly, mein Jolly, es tut mir leid. Wir wollte Dich von der Schule abholen und überraschen, jetzt warst Du schon vor uns zuhause.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Einführung Winterweihnachtszauber

Vor zwei Jahren schrieb ich die Geschichte über einen besonderen Winterweihnachtsurlaub in der Schweiz. Mein Anliegen war es ein Kinderbuch zur Entspannung zu schreiben. Aus jahrelanger therapeutischer Arbeit mit kindern weiß ich, wie wichtig es für sie ist, zur Ruhe zu kommen. in freien Spielen zu versinken, zu träumen und zu lauschen. Die Geschichte hat trotzdem spannende Kapitel, die sich immer wieder mit Ruhephasen abwechseln.

Sie erzählt von Jolly, seiner kleinen Schwester Lea, von Mama und Papa, von ihren Erlebnissen und neuen Freunden. ich wünsche allen gute Unterhaltung, die sie durch diesen Urlaub begleiten.