Dienstag, 20. November 2012

Der Auftritt 1


Als sie geendet hatten, gab es großen Beifall und Mama stand plötzlich ganz nah an der Bühne und hatte Tränen in den Augen, während sie klatschte und über das ganze Gesicht strahlte.

Jolly war sehr zufrieden, sozusagen sehr, sehr zufrieden. Er lief zu Mama und umarmte sie glücklich. Auch Jans Mama stand da und breitetet ihre Arme aus, um Jan zu empfangen, der ganz rot vor Aufregung war.

Ich bin so stolz auf Dich, mein Junge“ flüsterte Mama in Jollys Ohr. „ Ich bin auch stolz auf uns“ flüsterte Jolly in Mamas Ohr zurück und grinste.

Dann löste er sich von Mama und sah sich suchend nach Jan um. Der stand dicht hinter Jolly und Tränen liefen ihm über die Wangen. Erschrocken fragte Jolly, was los sei und Jan schniefte, dass er so glücklich sei, dass er Jolly kennengelernt habe, denn alleine hätte er sich nie getraut auf die Bühne zu gehen und jetzt hätte alles so gut geklappt und seine Mama hätte sich so gefreut und er würde sich auch so freuen und deshalb müsse er jetzt einfach weinen.

Jolly musste schlucken, daran hatte er garnicht gedacht. Alleine hätte er das auch niemals gemacht. Nur mit Jan war es möglich. Er lächelte ihn an und sagte: „Es war nur zusammen möglich und ich bin auch sehr froh, dass ich Dich kennengelernt habe und wir das gemeinsam, erleben konnten.“ Dann umarmten sich die beiden und gingen einträchtig zu ihrem Tisch zurück, während die beiden Mütter mit offenem Munde dastanden. „ Ich glaube, unsere Jungen werden erwachsen.“ sagte Jans Mutter.“ und ich bin auch froh, dass wir uns kennengelernt haben.“

Jollys Mama nickte mit feuchten Augen, dann folgten sie ihren Söhnen zum Tisch.
Dort hatten die Väter die Jungen in Empfang genommen und ihnen herzlich gratuliert. Lea rief immer wieder :“ Mei olly daaa, Mei olly daaa“

Jolly nahm sie auf den Arm und drehte sich mit ihr im Kreise und Lea jauchzte vor Freude. Als er wieder stille stand, blickte Lea Jan an, streckte plötzlich ihre Ärmchen nach ihm aus und sagte: „An daaa, an daaaa“ Jan trat völlig überrascht auf sie zu und nahm sie vorsichtig auf den Arm. Lea lachte, hielt ihr Köpfchen schief und sagte. „Mei an, ei“ und streichelte vorsichtig über seine Wange, dann legte sie ihr Köpfchen an seinen Kopf und sah dabei Mama an und lächelte.

Es war ein kurzer besonderer Moment, dann streckte sie ihre Ärmchen wieder nach Mama aus, die sie fröhlich entgegennahm. Jan war sprachlos und strahlte nur noch.

Jetzt setzte die Musik mit einem Tusch ein und der nächste Programmpunkt begann. Ein kleines Theaterstück auf umgebauter Bühne mit viel Komik, die auch aus den Bewegungen erkenntlich war, sodass alle der Handlung folgen konnten.

Es gab noch einige wunderbare Aufführungen an diesem Abend, doch Jan und Jolly konnten gar nicht mehr aufpassen. So baten sie um Erlaubnis vor die Tür gehen zu dürfen und nachdem sie die Schneejacken angezogen hatten, gingen sie hinaus, wo sie von einem sternenübersäten Himmel und frostklarer Luft empfangen wurden.

Sie erzählten sich viel voneinander und in dieser Nacht begann eine Freundschaft, die ein Leben lang Bestand hatte..

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